Friday-for-future oder was hat das Handwerk damit zu tun?

in 2021

Es ist in Corona-Zeiten um die Friday-for-future-Bewegung ruhig geworden. Dennoch hat sich einiges getan. Viele jungen Leute finden es wichtig, nicht nur zu demonstrieren, sondern aktiv etwas für die Umwelt zu tun. Aber welche Möglichkeiten gibt es dafür? Das Handwerk bietet bei der Umsetzung der Energiewende mannigfaltige und tatkräftige Möglichkeiten sich persönlich einzubringen.

Der Einsatz von regenerativen Energien ist hier der Lösungsansatz der Politik. Die Regierung versucht durch extrem hohe Förderungen von bis zu 50 % der Kosten, Anreize für die Hausbesitzer zu schaffen, damit diese u.a. in umweltfreundliche Heizsysteme investieren. Für viele Hausbesitzer ist das ein willkommener Anreiz um ihre in die Jahre gekommene Heizanlage zu sanieren. Besonders Interessant ist es, dass rund 70 % der bestehenden Heizkessel 20 Jahre und älter sind, also als Sanierungsreif gelten. Es ist aber auch eine Tatsache, dass das SHK-Handwerk bundesweit gesehen, nur 2,5 – 3 % dieser Heizanlagen mit dem vorhandeneren Personal renovieren kann. Das von der Bundesregierung angestrebte Sanierungsziel liegt bei ca. 5% pro Jahr. Dieses Ziel rückt noch in weitere Ferne, wenn man bedenkt, dass 30 % der SHK-Betriebe in den nächsten 5 Jahren einen Nachfolger suchen oder den Betrieb aus Altersgründen schließen.

Für junge, gut ausgebildete Fachkräfte bedeutet das eine sichere Perspektive für die Zukunft. Aber leider führt das Handwerk in den letzten Jahrzehnten ein Schattendasein als attraktiver Arbeitsplatz. Das dürfte sich in den nächsten Jahren ändern. Durch die Wichtigkeit des Umweltschutzes, die hohen Zuschüsse, die Wertsteigerung des Gebäudes durch energetische Sanierungsmaßnahmen aber auch dadurch, dass die eigenen 4 Wände immer wichtiger werden – Stichwort Cocooning, wird dieses regionale Handwerk eine deutliche Aufwertung erfahren.

Deshalb hat sich die Fa. Gabriel Heizung Sonne Bad, die sich schon seit über 40 Jahren mit regenerativen Energien beschäftigt und für ihre Arbeit schon vielfach ausgezeichnet wurde, Gedanken gemacht, diesen Trend umzukehren. Nicht nur, dass alle 3 Söhne in den Betrieb eingestiegen sind und sich teilweise schon als Meister qualifiziert haben, sondern weitere Mitarbeiter und Azubis haben den Betrieb von 5 auf 14 Mitarbeiter in den letzten 3 Jahren anwachsen lassen.

Durch diese Maßnahmen versuchen die Heizungsbauer aus Boos der exponentiell gestiegenen Nachfrage ihrer umweltbewussten Kunden gerecht zu werden. Um diese rasante Personalentwicklung mit gleichbleibend hoher handwerklicher Qualität begegnen zu können, braucht es erfahrene Mitarbeiter. Deshalb freut sich die Fa. Gabriel, dass Joachim Arnegger am 01.09.2021 sein 30-jähriges Firmenjubiläum feiern konnte. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mitarbeiter mit solchem Engagement einer Firma so lange die Treue hält.

Nur durch mehrere langjährige und hochqualifizierte Mitarbeiter ist es wie bei Gabriels möglich, den Jungen im Team die langjährige Erfahrung in regenerativen Energien und die hochwertige Handwerksarbeit weiterzugeben. Deshalb der Aufruf vom Geschäftsführer Gerhard Gabriel anlässlich der Verleihung seines Silbernen Meisterbriefs: „Gestaltet eure Zukunft selbst und habt den Mut Dinge anzupacken, umzusetzen, mitzugestalten und Freude an eurer Arbeit zu haben. Die Zukunft beginnt jetzt. Macht was draus!“

„Der Vernichtungswettbewerb im Handwerk ist passé“ Ein Gespräch mit Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. Lesen Sie hier den Artikel der Schwäbische-Zeitung vomm 25.09.2021. Er sieht glänzende Perspektiven für seine Branche.

Unser Bericht "Friday-for-future - oder was hat das Handwerk damit zu tun?" ist in der September-Ausgabe des Gucklochs erschienen. Hier können Sie den Artikel lesen.