KfW-Mittel für „Altersgerecht Umbauen“ fast aufgebraucht

in 2021

Das Interesse am Zuschussprogramm war immer schon hoch. In den Vorjahren waren die Fördermittel für „Altersgerecht Umbauen“ zumeist im dritten Quartal ausgeschöpft. Nun aber droht das Versiegen der für 2021 zur Verfügung stehenden Mittel bereits in der ersten Jahreshälfte.

Der Fördermitteltopf des KfW-Programms 455-B „Altersgerecht Umbauen“ ist so gut wie leer. Noch nie war das Geld so schnell weg. Wer beispielsweise sein Bad in diesem Jahr noch altersgerecht umbauen möchte, muss sich sputen, um die Zuschüsse zu beantragen.

Die KfW schreibt dazu auf ihrer Webseite: „Die Nachfrage für den Investitionszuschuss Barrierereduzierung ist nach wie vor hoch. Eine Antragstellung im KfW-Zuschussportal ist so lange möglich, bis die Fördermittel aufgebraucht sind. Sollten Sie konkrete Maßnahmen planen, empfehlen wir Ihnen eine zeitnahe Antragstellung und Umsetzung.“

Mit 10 % beteiligt sich der Staat an den förderfähigen Kosten eines solchen altersgerechten Umbaus, maximal gibt es 5.000 Euro. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Umbau noch nicht begonnen wurde.

Versiegen der Mittel trotz Aufstockung

Das Interesse an diesem Zuschussprogramm war immer schon hoch. So haben uns die Vorjahre gelehrt, dass die Fördermittel für „Altersgerecht Umbauen“ zumeist im dritten Quartal für das gesamte Jahr ausgeschöpft waren. Nun aber droht das Versiegen der für das Jahr 2021 zur Verfügung stehenden Mittel bereits in der ersten Jahreshälfte. Das ist kaum zu glauben und äußerst bedauerlich, zumal der Fördertopf um zusätzliche 55 Millionen auf 130 Millionen Euro aufgestockt wurde. Bereits die Zahlen des ersten Quartals 2021 sprechen eine deutliche Sprache: Im Programm „Altersgerecht Umbauen – Zuschuss Barrierereduzierung“ wurden laut KfW Zusagen für 31.221 Wohneinheiten mit einem Fördervolumen von 63 Millionen Euro erteilt. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es gerade mal 25.335 Zusagen und 51 Millionen Euro.

Corona-Krise beeinflusst Renovierungspläne

Erklären lässt sich das insbesondere durch die Corona-Pandemie. Denn je mehr Zeit die Menschen in den eigenen vier Wänden durch Lockdown und Co. verbringen, umso wichtiger ist ihnen der dortige Wohlfühlfaktor. Um diesen zu steigern, werden eben vermehrt Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt. Dies bestätigt auch eine Studie des Marktforschungsinstituts infas quo. Bäder rangieren laut Umfrage dabei ganz oben auf der Liste.

Positive Entwicklung ausgebremst

Zwiespältig reagiert man bei der Aktion Barrierefreies Bad auf das drohende diesjährige „Aus“: „Einerseits freut es uns natürlich, dass so viele Menschen ihre Wohnung altersgerecht umbauen. Andererseits stimmt es uns sehr traurig, dass diese positive Entwicklung durch das Versiegen der Geldmittel wieder ausgebremst wird“, sagt die Referentin der Aufklärungskampagne, Daniela Heinemann. Denn diese Zuschüsse würden als Anreiz für altersgerechte Umbauten dringend gebraucht. Schließlich liegt das Angebot altersgerechter Wohnungen in Deutschland lediglich bei rund 1,5 %. Bis 2035 werden einer Studie des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) zufolge rund zwei Millionen altersgerechte Wohnungen fehlen.

„Leider ist in diesem Jahr wohl auch nicht mit einer weiteren Aufstockung des Fördervolumens im Programm ‚Altersgerecht Umbauen‘ zu rechnen“, so Heinemann. Wie es im nächsten Jahr weiter geht, ist ebenfalls unklar. Weil die Programmmittel für „Altersgerecht Umbauen“ parallel zur Legislaturperiode im Finanzplan nur bis 2021 vorgesehen waren.

Altersgerechtes Wohnen ist gesellschaftlich relevant

Die besondere gesellschaftliche Relevanz des Themas „Altersgerechtes Wohnen“ ist unbestritten. Das Werkstattgespräch am 29. Oktober 2020 verdeutlichte dies einmal mehr eindringlich. Auf Einladung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) tauschten sich die Akteure der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft dieses Mal digital zum Immobilienwirtschaftlichen Dialog aus. Für das BMI betonte der Parlamentarische Staatssekretär Volkmar Vogel, MdB, die Wichtigkeit des selbstbestimmten Lebens für ältere Menschen in der eigenen Wohnung. Das BMI werde sich deshalb weiter dafür einsetzen, die Mittel für das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ zu verstetigen und möglichst auch zu erhöhen.

„Wir hoffen darauf, dass die neue Regierung das auch so sieht und das KfW-Programm 455-B mit einer deutlichen Aufstockung im Finanzplan bis 2025 festgeschrieben wird“, meint dazu die Referentin der Aktion Barrierefreies Bad.

Details zum KfW-Programm 455-B

Ein Merkblatt mit den wichtigsten Informationen über das KfW-Förderprogramm 455-B bieten wir hier zum Download an.

Quelle: Si Das Fachmagazin für SHK-Unternehmen © Tanja Bolte/Firma Felsner