Badumbau jetzt - oder auf später verschieben?

in 2020

Das Bad ist die zentrale „Problemstelle“ in der Wohnung – wenn es um altersgerechtes und barrierefreies Wohnen geht. Aktuell sind lediglich 6 Millionen der 36 Millionen Wohnungen in Deutschland darauf vorbereitet.

Um in den eigenen vier Wänden alt werden zu können, müssen die meisten Bäder erstmal saniert und in ein barrierefreies Komfortbad umgestaltet werden. Für ein selbstbestimmtes Leben zuhause ist die es wichtig, dass das neue Bad ästhetisch-zeitlos und ganz ohne Krankenhausflair realisiert wird.

Komfortbäder sind Bäder, die jedem Alter gerecht werden und in denen sich alle Altersgruppen wohl und sicher fühlen. Sie zeichnen sich durch hohe Bewegungsfreiheit, einen hohen Hygienestandard und einer schwellenlosen Gestaltung aus.

Die Generation 60+ ist extrem heterogen: Viele sind fit und haben nur kleine körperliche Einschränkungen, die keinen direkten Handlungsbedarf erfordern. Ihnen gegenüber stehen allerdings 3,3 Mio. pflegebedürftige Menschen, von denen 2,2 Mio. zuhause leben. Selten ist dann das Bad auf die individuellen Bedürfnisse ausgelegt – oft auch wegen mangelnder Veränderungsbereitschaft der älteren Generation. Der Komplettbadbauer hat dann die Aufgabe, diesen Kunden mit qualifizierter, fachlicher Expertise zusätzlich zu einem barrierefreien Bad auch die Sicherheit zu vermitteln, daheim alt werden zu können.

Dafür ist aber kompetentes, geschultes und empathisches Personal erforderlich, das aktiv zuhört, die richtigen Fragen stellt und die vielschichtigen Wünsche und Bedürfnisse der Generation 60+ kennt.

Fakt ist: „Das“ barrierefreie Bad gibt es nicht – jede Wohnung ist anders und kein Handicap ist genormt, sondern immer individuell.

Eine individuelle Bedarfsanalyse des Badplaners ist daher unverzichtbar, genauso wie das frühzeitige Einplanen von ästhetischen Zusatzprodukten, die im Bedarfsfall das Leben erleichtern. „Ein typisches Phänomen: Wenn wir fit sind, beschäftigen wir uns nicht mit der Thematik. Erst wenn es ziept und schmerzt, suchen wir nach Lösungen – und dann muss es schnell gehen und vieles wird überstürzt entschieden. Oft sieht das Ergebnis dann weniger schön aus oder funktioniert nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Auf das Thema Dusch-WC angesprochen kommt bei Pflegern, Helfern und Nutzern immer dieselbe Antwort. Das Dusch-WC ist eine große Erleichterung, nicht nur für den Helfer, sondern gerade für die Senioren. Es ermöglicht ihnen weiterhin ein selbstbestimmtes Leben daheim und ist eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Gerade weil Komfortbäder hochindividuell sind, müssen bedürfnisgerechte „Custom Made-Bäder“ entstehen und echtes Handwerk abgeliefert werden. Komfortbäder, bei denen die Vorsorge im Vordergrund stehen, können ergebnisoffen geplant werden. Sie sind damit für durchschnittliche Handicaps ausgelegt. Weitergehende körperliche Einschränkungen die das Sehen (z. B. Grauer Star), das Denken (z. B. Demenz) oder die Motorik und den Bewegungsapparat betreffen, können spezielle Lösungen erfordern. Diese müssen wiederum in einem offenen und ehrlichen Gespräch mit dem Badplaner beredet werden. Nur so können optimale Lösungen für die eingeschränkte Person und ggfs. deren Helfer gefunden werden. Hier ein Beispiel aus der Praxis. Anstelle einer quadratischen Duschfläche, wie sie die Norm vorschreibt, ist eine großzügige rechteckige Fläche von mind. 90 x 140 cm viel sinnvoller. Denn so kann der Helfer nach hinten ausweichen und wird nicht nass.

Machen sie sich frühzeitig über einen Badumbau Gedanken und sprechen Sie mit dem Komplettbadbauer ihres Vertrauens darüber. Er hilft ihnen, die für sie passende Lösung zu finden und den Badumbau umzusetzen. Damit haben sie die Voraussetzungen geschaffen, bis ins in hohe Alter in ihren eigenen 4-Wänden bleiben zu können.
Quelle Teilweise: Si – Das Fachmagazin für SHK (Auszüge Aktuelles – 06.12.2019)

Unser Bericht wurde im "Guckloch-Magazin" Ausgabe Mai 2020 veröffentlicht.