Gesellenbrief als Möglichkeit auf dem Weg zum Hochschulabschluss

in 2019

Das Bild, wonach es nur zwei Wege gäbe, eine berufliche oder eine akademische Ausbildung, entspricht nicht der Realität. Es macht den jungen Menschen Angst und suggeriert ihnen, dass sie in frühen Jahren eine Grundsatzentscheidung, die nicht umkehrbar ist, treffen müssen. Doch nicht für jeden ist der Weg über das Gymnasium der Richtige.


Mit dem Gesellen- und dem anschließenden Meisterbrief ist die Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium erfüllt. Der Techniker und der Meister stehen auf der gleichen Stufe wie der Bachelor und der Betriebswirt des Handwerks ist dem Master gleichgestellt. Aber der Reihe nach.


Ausgangspunkt für die Entwicklung des Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) ist der bereits bestehende Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) mit seinen acht Niveaus. Damit den nationalen Besonderheiten Rechnung getragen werden kann, entwickeln die Staaten der EU jeweils eigene nationale Qualifikationsrahmen, die wiederum auf den EQR verweisen und so eine internationale Vergleichbarkeit ermöglichen. Der Deutsche Qualifikationsrahmen hat somit zweierlei Zielrichtungen – er fördert Transparenz, Vergleichbarkeit und Mobilität in Europa und innerhalb Deutschlands.


Mit dem Beschluss vom 06.Juni 2009 einigten sich die Kultusminister der Bundesländer auf den „Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung“ und damit auf eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung unter anderem für Meister im Handwerk nach §45, 51a, 122 Handwerksordnung.


Seit dem 31.01.2012 wurde der Handwerksmeister auf die Level 6 von 8 (DQR) eingeordnet. Damit stehen die Abschlüsse Bachelor, staatlich geprüfter Techniker und Meister auf der gleichen Stufe. Der geprüfte Betriebswirt nach der Handwerksordnung, der im Anschluss an die Meisterprüfung gemacht werden kann, steht mit Level 7 auf der Stufe des Masters oder des deutschen Staatsexamens.


Junge Menschen, die den Zugang über die Meisterqualifikation zum Hochschulstudium wählen, sind sowohl als „Duale-Studenten“ begehrt, aber auch nach dem abgeschlossenen Studium meist die Ersten, die einen entsprechenden, gut bezahlten Arbeitsplatz finden. Denn bei ihnen weiß der Arbeitgeber, dass sie Erfahrung aus der Praxis haben und den Berufsalltag kennen.


Handwerk ist Interessant und ermögliche jungen Menschen ihre Neigungen und Talenten eine Form zu geben. Handwerk ist Weiterentwicklung und Karriere!


Der Bedarf an Fachkräften im Handwerk (u.a. Geselle, Meister, Techniker, Betriebswirt des Handwerks) ist hoch und bietet auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten einen sicheren Arbeitsplatzt mit guten Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten in der Region.

Zugeordnete Qualifikationen bzw. Qualifikationstypen DQR (Stand: Mai 2017[1]) sh. Tabelle oben links.

Quellen:
Auszüge handwerk magazin 11/18

Auszüge / Tabelle Wikipedia