Newsletter 6 / September 2011

1.1 Interessantes

Mit der Sonne heizen – geht das?

Diese Frage gewinnt mit den steigenden Öl- und Gaspreisen immer mehr an Bedeutung. Die Tatsache, dass ein warmes Haus immer teurer wird, zwingt jeden Hausbesitzer und Mieter weniger Energie zu verbrauchen. Eine umweltfreundliche Lösung ist die Nutzung von Sonnenenergie um das Eigenheim mit Wärme und warmem Wasser zu versorgen. Um den Verbrauch zu senken, kann mit der Kraft der Sonne warmes Wasser erzeugt werden. Man unterscheidet bei den sogenannten thermischen Solaranlagen zwischen brauchwasser- und heizungsunterstützten Solaranlagen.

Durch die Sonnenkollektoren auf dem Dach wird Wasser erwärmt und in einem Speicher im Keller gesammelt. Dieses Wasser wird bei Bedarf für das Erwärmen des Trinkwassers und / oder der Heizkörper genutzt.

Ein durchschnittliches 1- bis 2-Familienhaus verbraucht 78 % Energie für Heizzwecke, 14 % Energie für die Erwärmung des warmen Wassers und 8 % Energie für Strom.

Mit einer reinen Brauchwasser-Solaranlage ist eine Einsparung von 7-10 % des Gesamtverbrauchs möglich. Die Halbierung der Energiekosten für die Brauchwassererwärmung zeigt, wie viel Kraft in der Sonne steckt.

Eine viel größere Einsparung bietet die heizungsunterstützte Solaranlage. Mit ihr ist es möglich, die Heizung 6 Monate pro Jahr auszuschalten und das ohne auf den Komfort eines warmen Hauses und warmem Wasser zu verzichten. Die thermische Solaranlage liefert nicht nur Energie im Sommer, sie schenkt uns das ganze Jahr hindurch kostenlose Energie. Durch den Einbau einer heizungsunterstützten Solaranlage können 30 % der Kosten für Öl und Gas eingespart werden. Wird solch eine thermische Solaranlage mit modernster Heiztechnik kombiniert sind Einsparungen von 50 % und mehr durchaus realierbar. Mit der Entscheidung für eine thermische Solaranlage machen Sie sich unabhängiger von der Öl- und Gaspreisentwicklung denn die Sonne heizt mit und schickt ihnen keine Rechnung.

Die Energieeinsparung durch die Sonne ist der Regierung ein Anliegen. Die Landesregierung Baden-Württemberg legt im EWärmeGesetz fest, dass im Neubau 20 % und im Hausbestand 10 % (ab 2013 soll dieser Wert auf 15 % erhöht werden - lesen Sie unten weiter) des Heizenergieverbrauchs durch regenerative Energien wie z. B. Solarthermie ersetzt werden müssen. Die Bundesregierung unterstützt den Eigenheimbesitzer, der eine heizungsunterstützte Solaranlage auf sein Haus baut, mit einem Zuschuss von 120,00 € pro m² Kollektorfläche. Näheres erfahren Sie unter www.bafa.de.

Haus mit thermischer Solaranlage

Schon 1989 entstand diese Pionieranlage in Steinbronnen im Herzen Oberschwabens durch die Heizungsbaufirma Gabriel. Diese thermische Solaranlage erzeugt heute noch genau so viel  Wärme für Heizung und Warmwasser wie am ersten Tag.

Unterscheidung von  Solarthermie und Fotovoltaik 

Es gibt 2 unterschiedliche Techniken die Sonnenenergie zu nutzen. Thermische Solaranlagen mit einem Wirkungsgrad von rund 80 % erzeugen Wärme und sind seit vielen Jahren bewährt. Fotovoltaikanlagen haben einen Wirkungsgrad von ca. 17 %, sie erzeugen Strom.

 

2.1 Interessantes weltweit

Umweltministerium legt Erfahrungsbericht vor

Baden-Württemberg verschärft Wärmegesetz

Baden-Württemberg will das Erneuerbare-Wärme-Gesetz für Sanierung verschärfen.

Die Bilanz des Eneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) in Baden-Württemberg ist durchwachsen. Es sieht bislang eine Quote von 10 Prozent Erneuerbaren bei Sanierungsmaßnahmen an Heizungen seit 2010 vor. 2009 haben viele Hausbesitzer ihre Kessel noch getauscht, 2010 sind die Umsätze mit Erneuerbaren eingebrochen. Nun legt der neue Umweltminister Franz Untersteller mit der Sanierungspflicht für Büros und einer höheren Erneuerbaren-Quote bei Wohngebäuden nach.

Das Landesumweltministerium hat einen Bericht zu den bisherigen Ergebnissen vorgelegt. Danach haben Eigentümer von bestehenden Wohnungen und Wohngebäuden mit einem Anteil von 42 Prozent vor allem die Solarthermie genutzt, um die gesetzliche Verpflichtung zur Nutzung erneuerbarer Wärme zu erfüllen. An zweiter Stelle liegt mit 17,7 Prozent feste Biomasse, gefolgt von Biogas mit 12 Prozent. Bei Neubauten dagegen hätten sich die Bauherren überwiegend für die Dämmung von Fassaden und Dächern entschieden.

Hochgerechnet auf das Jahr 2010 seien durch die Einführung des EWärmeG über 46.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden worden, so das Ministerium. Durch die erfolgten Maßnahmen im Untersuchungszeitraum von Januar bis September 2010 konnten im Wohngebäudebestand hochgerechnet rund 16 Prozent der aus den Altheizungen resultierenden Gesamtemissionen eingespart werden, so der Bericht.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. 2010 gab es einen heftigen Einbruch der Umsätze mit Erneuerbaren für die Handwerker und Hersteller im Ländle. Nach Meinung von Klaus Jesse, Chef des Branchenverbands BDH, bewirkt das Gesetz genau das Gegenteil dessen, was es erreichen soll: "Wir hatten Vorzieheffekte 2009, bei denen die Leute nur noch schnell den Kessel getauscht haben. Nun herrscht aber Abwarten, und es wird überhaupt nicht mehr investiert."

Baden-Württemberg will für 2013 ein novelliertes Gesetz vorlegen. Umweltminister Franz Untersteller sieht zwei Stellschrauben, um einen höheren Anteil Erneuerbarer zu erreichen: "Wir wollen zum einen private Nichtwohngebäude in das Erneuerbare-Wärme-Gesetz einbeziehen und auch für sie verpflichtende Vorgaben machen. Und wir wollen zum anderen den Pflichtanteil an erneuerbarer Energie bei Heizung und Warmwasser erhöhen von zehn auf zunächst 15 Prozent." Das erstaunt, weil im Bericht 12 der 22 befragten Energieagenturen des Landes sagten, das sei technisch machbar, aber häufig nicht wirtschaftlich.

Quelle: EnBAUSA